Zucchini Pickle
September 3, 2009
Man nehme ein Gemüse seiner Wahl, streue ordentlich Salz und Pickle Powder drauf und lässt das Ganze mindestens zehn Minuten stehen – ich habe wahrscheinlich zu wenig Salz gestreut und die zehn Minuten zu genau genommen. Während also das Gemüse saftet, erhitzt man Öl in einer Pfanne, fügt gemahlene Mustard seeds sowie viel Knoblauch, Zwiebeln, Ingwer und einige Chilischoten hinzu – vielleicht habe ich hier zu wenig Öl verwendet. Nach einiger Zeit mixed man das ganze ordentlich zusammen, nimmt es von der Flamme und kann es am nächsten Tag genießen. Während meine Pickleerfahrungen v.a. von einer roten scharfen Creme bzw. Paste geprägt sind, sieht mein selbstgemachtes Pickle nur wie Gemüsestücke aus, ob das zu einem kulinarischen Genuss führt, wird sich dann wohl bald herausstellen.
The beginning of the return
August 26, 2009
„The beginning of the return“ ist eine der ersten und letzten Geschichten für einige Zeit, eine Geschichte über die letzten Tage in Indien und die ersten Gedanken an Deutschland aber auch an die ersten Gedanken an eine Rückkehr nach Indien. Ohne eine Reduktion vorzunehmen, sind es vielleicht drei Worte die eine Perspektive auf die Beobachtung der letzten Monate erahnen lassen. ‘#Power ‘#God and Godesses ‘#Business and Alternatives. Und dennoch scheinen diese Worte viel zu kurz gegriffen. Die letzten zwei Wochen waren genauso von scheinbaren Widersprüchen, Kontrasten und Gegensätzen geprägt, wie ich sie z.T. schon in den ersten Wochen wahrgenommen habe und doch nicht recht aushalten konnte. Einige Widersprüche wiederzuentdecken und zu erkennen, dass es sich nur um Widersprüche aus der Position des Beobachters handelt, nicht jedoch aus der des Erlebenden, den vermeitlichen Widerspruch Erfahrenden, ermöglichte eine Beobachtung auf verschiedenen Ebenen, die sich zunächst auf den Widerspruch bezog, dann jedoch stärker auf die Menschen, die in die jeweiligen Situationen involviert sind. So waren Widersprüche oft auch Selbstverständlichkeiten, zum Teil unhinterfragt, zum Teil längst institutionalisiert und (ir-)rational erklärt. Die Widersprüche ließen mich nicht nur das unverständliche, hässliche sehen, sondern ermöglichten auch einen Blick auf die Schönheiten und Besonderheiten, die ich v.a. in Erinnerung behalten werde – ohne dabei auch eine kritische Perspektive zu bewahren und keine absolute Beschönigung vorzunehmen. Dennoch ging es mir immer darum die Potentiale, Möglichkeiten und in einem positiven Sinne die Vielfalt und Diversität darzustellen, die man sich in Indien offensichtlich zu nutze macht. Mit diesen Aspekten kämpft die Soziologie, die Psychologie reduziert diese Punkte auf eine defizitorientierte Entwicklungshistorie und die Philosophie schwankt zwischen einer eurozentristisch-westlichen Betrachtung und einer indigenen Darstellung und Auslegung. Das weitreichende Wissen in Indien wird nur vereinzelt umfassend angewendet, v.a. aber beschützt, bewahrt, geheim gehalten, nicht geteilt und wenn es nicht einige avandgarde Kräfte gebe auch vergessen. „The beginnign of the return“ steht nicht nur für meine persönliche Geschichte, sondern kann auch für die Entwicklung Indiens stehen – diese Perspektive werde ich versuchen hier weiter auszuführen.
Die Bilder stammen alle aus dem Bundesstaat Kerala und zeigen erneut die Vielfalt auf, die nicht zwangsläufig in einer Widersprüchlkeit aufgeht.
Die Kommerzialisierung, die am Ende dieser Bilderreihe steht, soll in besonderer Weise zum Nachdenken über die eigene Rolle in einer internationalen, globalen Beziehung anregen.
New/Old Delhi
August 8, 2009
Delhi war in diesen Tagen, als ich die Stadt besuchte einer der heißesten Plätze, an denen man sich aufhalten konnte (42°C); seit den Ereignissen vom 25. August, die mit dem Tod zweier Menschen und der Festnahme eines Terroristen endeten, ist wohl auch offensichtlich, dass es auch eine Stadt ist, die auf Grund ihrer politischen und ökonomischen Relevanz gewissen Gefahren ausgesetzt ist, die man nur geringfügig kontrollieren kann. Darin steckt in Gewisser Weise auch das Potential, welches ich dieser Stadt beimesse, insbesondere nach dem Besuch der JNU, bei welchem ich mit wichtigen Studentführern v.a. aus dem linken Lager reden konnte, während ich auf der anderen Seite beim Besuch der Delhi University feststellen musste, dass hier v.a. die regierungsnahen Kader der demokratischen Nation Indien ausgebildet werden. In beiden Fällen scheint eine Betrachtung von Kaste und Klasse einen besonderen Reiz auszumachen.
Friendshipday
August 3, 2009
Der erste Sonntag im Monat August ist v.a. bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen als Freundschaftstag reserviert. Da man jedoch in der Regel erst am Montag wieder all seine Freunde in der Schule, im College oder sonstwo trifft, verlagern sich die Wünsche ein wenig.
Wir machen nunmehr seit 8 Wochen Feldforschung in einer PrivateSchool in Bangalore. Während wir in den ersten Wochen unseres Feldaufenthalts „standartisierte“ Fragen der SchülerInnen zu Name, Herkunfstland, Nationalvogel, Nationalsport, Währung, Sprache, Grund und Länge des Aufenthalts etc. beantworten mussten, sind wir seit ein oder zwei Wochen im Feld akzeptiert, nur noch wenige SchülerInnen fühlen sich befremdet durch unsere Anwesenheit, viele begrüßen uns am Morgen und kommen mit uns ins Gespräch. Unsere Akzeptanz wurde besonders heute deutlich, als uns viele SchülerInnen einen „Happy Friendshipsday“ gewünscht haben und einige uns mit Freundschaftsbändern versehen haben.
Neue Freunde für einen offenen kulturellen Austausch mit Indien!
Streetbusiness
August 2, 2009
Siehe dazu auch das Business „Vegetable„, „Magic Majestic“ und „fruitlessons„.
Streetplay
August 2, 2009
Die physische Betätigung ist neben dem intellektuellen Training des Geistes und den spirituellen Übungen ein wichtiger Bestandteil zur Entwicklung des gesamten Körpers auf dem Weg zur Einheit mit dem Universium und damit zu einer erweiterten Bewusstwerdung des Selbst. Dabei müssen der physische Erziehung durch Yogaübungen noch weitere körperliche Bewegungsspiele hinzugefügt werden. Den Begrenzungen des innerstädtischen Raums entfliehend, findet das Spiel auf der Straße statt. Badminton und Fußball, Karten- und Brettspiele, v.a. aber Cricket und von mir längst vergessene Kinderspiele, etwa das Schlagen eines alten Reifens und das Spielen mit Kreiseln.
Sieht man jedoch diese Malereien vor Hauseingängen, sollte man nicht einfach davon ausgehen, es würde sich um eine schöne Kinderzeichnung handeln. 
Vegetable
Juli 30, 2009
Es gibt Lebensmittelläden, 
Supermärkte, Hypermärkte, Shoppingcenter, Shoppingmalls und es gibt Märkte und Stände. Der wesentliche Unterschied, so scheint mir, liegt in der Qualität und Frische der Produkte sowie in der „Garantie“ das die geringe Auswahl nicht etwa mit einem Mangel einhergeht, sondern hier ein ausgewogenes Sortiment präsentiert wird, welches sich auf regionale Waren und die hiesige Küche eingestellt hat. Der Verkaufsstand und die Art und Weise, wie verkauft wird – fest installiert an einem Platz oder mit dem Karrenwagen durch die Straßen des Wohngebiets ziehend und die Namen der Produkte in jedes offene Fenster rufend – die über die Existenzen der Menschen eine Auskunft geben. Supermarkt ade!
Single Speed Bike
Juli 30, 2009
Fahrräder gibt es in den verschiedensten Ausführungen, traditionell, sportlich, modern oder aus den verschiedensten Teilen zusammengestellt. Der Linksverkehr und der Smog machen es in der Stadt unerträglich zu radeln. Um kleinere Städte und Siedlungen zu entdecken, ist ein Rad das beste was man haben kann.
Puducherry & Auroville
Juli 28, 2009
Ein Kanal teilt die Stadt in einen indisch geprägten Stadtteil und einen französisch geprägten Stadtt
eil.
Dennoch findet man hier Indien und nicht Frankreich, obgleich ein coq au vin neben (indischen) Fischgerichten, Baguette und Croissante hier nicht fehlt.
Sowohl in Pondicherry als auch im 11km entfernten Auroville befindet sich ein Ashram, welches den Ideen Sri Aurobindums und the Mother folgt. Auf der Suche nach Einheit (unity) und dem universalen Licht, welches einem während einer selbstgewählten und eigens gestalteten Meditation zu (s)einem (neuen) Bewußtsein führt. 
Pondicherry ist mit einem lebendigen Strand gesegnet, am frühen morgen (ab fünf Uhr) kommen die Bewohner hier her, um zu walken, zu joggen, gymnastische Übungen zu machen und/oder zu meditieren. Am Abend zeigt sich ein weiteres lebendiges Bild, dann trifft man sich wieder, um zu reden und sich zu erfreuen.
Pondicherry (Fischerei)
Juli 27, 2009
Wenn um drei Uhr nachts die Fischer mit ihren schmalen Booten herausfahren ist es noch stockdunkel. In den nächsten Stunden werden sie ca. 24 km zurücklegen. Das Wasser ist, wie die Luft (die tagsüber gerne mal bis zu 39°C haben kann), nicht kalt – jedoch geht die See sehr hoch (1967 (Zyklon) und 2004 (Tsumani) zerstörten die Wellen große Teile der Ostküste im südlichen Indien); wenn man sich die Boote ansieht, die aus 2-4 Bananenpalmenstämmen bestehen und die dazu dienen die Netze einzuholen, kann man erahnen, dass es sich um harte Arbeit handelt. 
Um acht Uhr kommen die Fischer zurück in ihre kleinen Buchten und leeren die Netze aus. Dabei sind sie nicht allein, vielmehr wird ihnen von ihren Familien oder anderen Fischern geholfen. Ein Teeverkäufer nähert sich mit seinem Fahrrad der Bucht, auf dem Gepäckträger einen Thermokanister mit Zapfhahn, am Lenkrad eine Tüte mit Plastikbechern. Er füllt ein Tablette und trägt die Becher zu den Fischern, die nun eine kurze Pause einlegen.
Die Ausbeute der Fischerei, wobei es sich meist um kleine Fische und Krebse handelt, wird auf der Straße von den Frauen verarbeitet. Wahlweise gesalzen und getrocknet, aber auch ausgenommen und zum Verkauf angeboten. Der Großteil der Erträge der kleinen Fischer dient dem Eigenbedarf. Auf den Straßen fahren nur wenige motorisierte Maschinen, man hat vielmehr den Eindruck, dass die Straße zum Haus dazugehört, als Wohnzimmer, Kinderzimmer, Stall, Küche, Badezimmer, Waschraum…














